Soest. (Lim) Roland Maibaum (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, ist in der gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses heftig kritisiert worden. Anlass der Diskussion war eine Anfrage der Gemeinschaft Sozial-Liberaler Wähler (GSLW) zum Beschäftigungsverhältnis von Anne Korte-Bröker, Ehefrau von Stadtwerke-Geschäftsführer Alfons Bröker, im Aquafun.
Bereits im Frühjahr war in diesem Zusammenhang von "Vetternwirtschaft" gesprochen worden. Maibaum hatte damals öffentlich erklärt, dass das Beschäftigungsverhältnis im Sommer auslaufen werde. In einer schriftlichen Stellungnahme, die gestern dem Ausschuss vorlag, hat Bröker nun mitgeteilt, dass es sich auch bei diesem Beschäftigungsverhältnis um einen Zeitvertrag mit einjähriger Laufzeit handele.
Zudem sei die Weiterbeschäftigung im Sommer aus "betriebsnotwendigen Gründen" zwingend erforderlich gewesen, weil Anne Korte-Bröker "den gesamten operativen Betrieb in den ersten sechs Monaten geleitet" habe, da "personelle Alternativen nicht gegeben waren."
Über diese Darstellung ist der Aufsichtsrat in der vergangenen Woche informiert worden. Roland Maibaum soll in diesem Zusammenhang berichtet haben, dass der Aufsichtsrat einstimmig das Vorgehen von Alfons Bröker gebilligt habe.
Davon, so Ingo Dietscheidt, CDU-Fraktionsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied, könne nicht die Rede sein: "Hier ist durch den Aufsichtsratsvorsitzenden eindeutig Vertrauen missbraucht und zerstört worden. Daraus ziehe ich persönlich meine Konsequenzen." Auch Willi Fischer (SPD) räumte ein, dass die Anstellung von Anne Korte-Bröker nicht glücklich sei: "Es bleibt ein Geschmäckle."
Westfalenpost, 22.11.2006