„Für ein friedliches Miteinander“
In der Stadt Soest leben über 48.000 Menschen aus mehr als 150 Nationen friedlich in gegenseitigem Respekt miteinander. Angesichts der vielfältigen Wurzeln und Traditionen der Bürgerinnen und Bürger in Soest sind Verständnis, Toleranz und Offenheit im täglichen Miteinander unverzichtbar.
Mit großer Sorge müssen wir, die Fraktionen im Rat der Stadt Soest, den für kommenden Samstag geplanten Aufmarsch von Rechtsradikalen zur Kenntnis nehmen. Wir erleben derzeit vor unserer Haustür den Versuch von neonationalsozialistischen Kräften, dem Miteinander der Menschen in Soest eine grundlegend neue Richtung zu geben. Intoleranz, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Rassenhass sind der Kern ihrer nationalsozialistischen Weltanschauung. Deutschland ist aber ein freiheitliches, demokratisches und weltoffenes Land.
Wir, die Demokratinnen und Demokraten in Soest, setzen dem geplanten Aufmarsch der rechtsextremen Szene unsere große Entschlossenheit entgegen. Wir werden es nicht zulassen, dass Menschen aus unserer Stadt aufgrund ihrer ethnischen Herkunft oder ihres religiösen Bekenntnisses ausgegrenzt, verfolgt werden oder zu Schaden kommen. Wir wollen nicht wegschauen, sondern offensiv und hörbar widersprechen.
Wir alle tragen Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt. Unsere Aufgabe ist es, den jungen Menschen deutlich zu machen, dass die komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit nicht mit jenen einfachen Parolen bewältigt werden können, mit denen braune Ideologen ihre Gefolgschaft hinter sich zu scharen versuchen.
Wir alle waren über die verabscheuungswürdige Tat an Tim K. erschüttert. Unser Mitgefühl gilt der ganzen Familie.
Dass Rechtsextreme den tragischen Tod zum Anlass nehmen, in Soest Fuß zu fassen, geht alle Demokraten an. Jeder einzelne Bürger in Soest ist gefordert: Wachsam zu sein, hin zu schauen, nein zu sagen, aufzuklären, Vorbild zu sein. Die Geschichte lehrt, dass unsere Demokratie gegenüber Angreifern wehrhaft sein muss. Wer rechtsextrem handelt oder wählt, verlässt den Grundkonsens unserer Gesellschaft und steht jenseits unserer Verfassung.
Der Soester Rat macht allen Bürgerinnen und Bürgern Mut, Zivilcourage zu zeigen und sich aktiv gegen eine rechte Gesinnung und gegen rechtes Gedankengut zu stellen. Durch Veranstaltungen und mit Aktionen wollen wir in Soest ein gesellschaftliches Klima schaffen, indem kein Platz ist für Extremismus jeglicher Art, der zu Rassismus und Diskriminierung führt.
Wir wollen ein tolerantes und weltoffenes Soest, in der Menschen unterschiedlichster Über-zeugungen, Herkunft und Lebensweise im gegenseitigen Respekt friedlich zusammen leben. Die Freiheit des Einzelnen ist die Grundlage eines gemeinsamen Zusammenlebens.
Die Fraktionen des Rates der Stadt Soest rufen deshalb lokale Vereine, Parteien, Gewerkschaften, Jugendinitiativen, Kirchenverbände und alle weiteren gesellschaftlichen Gruppen auf, sich intensiv an entsprechenden Initiativen und Aktionen zu beteiligen. Wir bitten daher alle Bürgerinnen und Bürger, am Samstag, den 12. Februar, um 12.00 Uhr an der Kundgebung „Für ein friedliches Miteinander“ in Soest auf dem Forum der Stadthalle teilzunehmen.